Familien-Mitteilungen

Der Familienverband stellt in loser Folge für seine Mitglieder eine kleine Familien-Zeitung zusammen, die aktuelle Forschungsergebnisse mitteilt und Wissenswertes aus der Gegenwart und Geschichte der Kaschubei veröffentlicht. Ein Teil dieser Nachrichten wird auf dieser Seite einsehbar gemacht. Zur Zeit sind diese Kurzberichte eingestellt:

1.  Die Altarstiftung anno 1724
2.  Kaschubischer Hof am Beispiel in Ostrowite
3.  Die Abgaben der Grundbesitzer an den Pfarrer
 

Der Altar zur Heiligen Dreifaltigkeit
[Keine Beschreibung eingegeben] 

[Keine Beschreibung eingegeben]

Der Altar der
Heiligen Dreifaltigkeit -
eine Stiftung der Familie
Pazatka Lipinski

1721 ging das Dorf Borzyszkowo mit seiner Holzkirche in Flammen auf. Bis auf vier Häuser wurde alles vernichtet, auch die Kirchenbücher. Zur Gemeinde Borzyszkowo gehörten zahlreiche Dörfer, von denen einige ganz in adeligem Besitz lagen. Sowohl die begüterten Grundherren, wie auch die bäuerliche Bevölkerung ließen es sich nicht nehmen für den Wiederaufbau ihrer Kirche so fleißig zu spenden, daß mit dem Neubau noch im Jahr der Brandkatastrophe begonnen werden konnte. Während der Schematismus von Kulm (1905) erwähnt, daß die Errichtung des Gebäudes im Jahr 1722 fertiggestellt war, hat es noch einige Zeit gedauert, bis die Ausgestaltung der Kirche in ihrer heutigen, barocken Schönheit abgeschlossen werden konnte. Man sagt nicht ohne Grund, daß die Kirche weit und breit die schönste Holzkirche im Kaschubenland sei. Im Jahre 1724 bekam die Kirche eine neue Kanzel und es wurden auch neue Seitenaltäre errichtet. Die Kanzel wurde von fünf angesehenen Familien aus der Pfarrgemeinde gestiftet. Man hat die Wappen dieser Stifter im Schalldeckel der Kanzel verewigt. Ebenfalls im Jahr 1724 stiftete die Familie von Pazatka Lipinski der Kirche den "Altar der Heiligen Dreifaltigkeit", der auf der rechten Seite im Kirchenraum platziert ist. Auch hier wurde zur Erinnerung an den Stifter über der Maria mit dem Kind das Wappen der Familie angebracht.


Die kaschubischen Bauernhäuser

Ursprünglich war das Gebiet der Tucheler Heide mit richtigem Urwald bedeckt. Die Siedler, die in dieses Gebiet kamen, mußten sich ihren künftigen Lebensraum erst schaffen. Sie gründeten ihre Siedlungen an den zahlreich vorhandenen Gewässern, indem sie Flächen rodeten, die für ein erstes Wohnhaus, für einen Stall und andere Gebäude erforderlich waren. Zum Bau der Häuser verwendeten sie selbstverständlich das gerodete Holz der zum Teil uralten Bäume. Zwischen senkrechte Pfosten wurden dicke, massive Bohlen gefügt, die so breit waren, daß vier oder sechs davon für eine Geschoßhöhe ausreichten. Anfangs waren die Häuser mit Stroh oder Schilf gedeckt, später waren es Dachziegel. Man nannte diese Konstruktion "Schurholzbauweise". Auch der Adel wohnte in solchen Holzhäusern. Meistens war der Innenraum dreigeteilt. Beim Betreten des Hauses stand man in der Rauchküche, einem dunklen, rußgeschwärzten Raum, in dem gekocht wurde. Von dort aus gelangte man in die erste Kammer, die als Wohnstube genutzt wurde. Daran schloß sich eine weitere Kammer - der Schlafraum. Seltener war vom Schlafraum eine weitere kleine Kammer abgeteilt, in der die älteren Kinder die Nacht verbrachten.

[Keine Beschreibung eingegeben] [Keine Beschreibung eingegeben] 

Später baute man etwas großzügiger. Die Hausmitte beherbergte einen Vorraum, an den sich die Küche anschloß. Neben diesen zentralen Räumen lagen vier Stuben, je zwei auf der rechten und der linken Seite. In diesem Doppelhäusern wohnten meist zwei Familien, eine rechts, die andere links mit einer gemeinschaftlichen Küche. Bei den reicheren Familien, deren Hausgrundriß ebenfalls vier Stuben vorsah, wurde manchmal statt der einen Stube eine offene, überdachte Veranda gebaut, auf der der Gutsherr morgens den Tagelöhnern ihre Arbeit zuwies, wo gelegentlich aber auch gefeiert wurde.

[Keine Beschreibung eingegeben] Der Pazatka-Hof
in Ostrowite
Bis etwa in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts stand ein Schurholzbau in Ostrowite, der wohl bereits vor 1700 erbaut worden und zu dieser Zeit im Besitz des Johann Pazatka Lipinski war. Das Haus umfaßte die typischen vier Stuben. Im Dachraum waren zwei weitere Schlafräume vorhanden, die allerdings nur im Sommer genutzt werden konnten. Das Wohnhaus bildete mit den Stallgebäuden und der Scheune einen allseits geschlossenen Hof. Als Tribut an die Gegenwart wurde das Haus schließlich abgerissen und durch ein modernes Gebäude aus Stein ersetzt. 

[Keine Beschreibung eingegeben][Keine Beschreibung eingegeben]
Ansicht StraßenseiteAnsicht Gartenseite
  

Die Abgaben der Grundbesitzer an die Kirche
 [Keine Beschreibung eingegeben]

Beispiel einer Seite aus dem Meßkorn-Buch von Borzyszkowo

Bericht von
Peter v. Pazatka Lipinski (Kanada) 

Als ich Borzyszkowo im Jahre 1998 besuchte, wußte ich gleich, daß ich nicht zum letzten Mal hier gewesen war, sondern irgendwann wiederkommen mußte. Ich fühlte damals, daß nicht alle Dinge erledigt waren, die ich mir für diesen (ersten) Besuch vorgenommen hatte. Nun, fünf Jahre später kam ich also wieder, um noch mehr über meine kaschubischen Wurzeln zu erfahren. Ich fühlte mich wie Indianer Jones der einen lange verlorenen Schatz entdeckt, als mir die alten Mesznego-Aufzeichnungen in die Hände fielen.

Was sind diese Mesznego-Aufzeichnungen, und was beinhalten sie?
Mesznego bedeutet so viel wie Messkorn und entspricht in etwa dem, was in anderen Gegenden als "Zehnter" an die Kirche gegeben wurde.
Die Mesznego-Aufzeichnungen, die etwa 175 Seiten umfassen, sind eine Auflistung der Abgaben, die von den Grundbesitzern und Pächtern an die Kirche von Borzyszkowo zu leisten waren. Sie beginnen im Jahre 1727 und reichen bis zum Jahr 1896, zwischendurch fehlen allerdings ein paar Jahre. Frühere Aufzeichnungen über derartige Abgaben waren nicht zu finden. Obwohl die Listen nicht so vollständig sind, wie man sich das vielleicht wünscht, bergen sie doch eine Menge historischer Informationen für Menschen, die ihren Familien-Ursprung in der kath. Pfarrgemeinde Borzyszkowo haben.Tatsächlich sind in den Listen die meisten Ortschaften aus der Pfarrgemeinde erwähnt. Es werden die Besitzer und Pächter genannt, meist auch die Größe des Grundbesitzes zur damaligen Zeit und die Menge Korn, die sie zum Unterhalt des Pfarrers und des Organisten abgaben.
In der Regel erhielt der Pfarrer einen ganzen, der Organist einen halben Scheffel Roggen. Die Einträge sind je nach Zeitbereich in Polnisch oder in Deutsch geschrieben. Sie enthalten zwar keine Daten von Geburt, Hochzeit oder Tod, aber all die Familiennamen, die wir aus der Pfarrgemeinde kennen. Zum Beispiel: Rekowski, Trzebiatowski, Kiedrowski, Pradzynski, Gliszczynski, Cieminski, Rudnik, Hapka, Myszka, Zmuda, Wirkus, Szypryt, Mrozek, Gruchala, Ostrowski, Gostomski, Palubicki, Tyborczyk und viele andere. Der Name Pazatka Lipinski zum Beispiel findet sich rund zwanzig Mal auf verschiedenen Seiten.

(C) 2006 by Pazatka ( disclaimer )
Open Source CMS
RED AXO
pazatka.de
pazatka.de
Petersberg - Neukirchen - Alsfeld
Petersberg - Neukirchen - Alsfeld